Kümmel - Carum carvi
Im Überblick
Kümmel ist eine zweijährige bis ausdauernde, 30cm bis 100cm große Pflanze mit einer tiefen Wurzel. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Blattrosette, erst im zweiten Jahr treiben die Blütenstängel mit zwei- bis dreifach fein gefiederten Laubblättern. Die kleinen weiß- bis rosafarbenen oder gelblich gefärbten Blüten stehen in zusammengesetzten Dolden. Die Frucht ist eine Doppelachäne. Die ganze Pflanze duftet aromatisch.
Für Heilzwecke sammelt man die Früchte, aus denen das ätherische Öl gewonnen wird.
Nicht verwechseln sollte man den Kümmel mit dem Kreuzkümmel (Cuminum cyminum L.) oder dem Schwarzkümmel (Nigella sativa L.).
Deutscher Name: Kümmel
Botanischer Name: Carum carvi
Familie: Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
Blütezeit: Mai bis Juni
Herkunft: Europa und Asien
Anwendungsgebiete
- Verdauungsbeschwerden
- Blähungen
- Darmparasiten
- Unterstützt Bildung der Muttermilch
- Gewürz bei schwerverdaulichen Speisen
- Branntwein- und Likörherstellung
Die jungen frischen Blätter können wie Petersilie, die Kümmelwurzel als Wurzelgemüse für Suppen in der Küche verwendet werden.
Dosierung und Anwendung
Tee:
Ein halber Teelöffel (etwa 1,5 bis 2g) getrocknete Kümmelfrüchte werden zerstoßen, mit 150ml siedendem Wasser übergossen, zugedeckt und nach 10 bis 15 Min. abgeseiht. Davon trinkt man 2 bis 3 Tassen zwischen den Mahlzeiten. (Ätherische Öle sind wasserdampfflüchtig, daher muss der Tee frisch bereitet und beim Ziehen zugedeckt werden!)
Zubereitungen: Tagesdosis entsprechend 1,5-6g Droge.
Kümmelöl:
Einzeldosis: 1 bis 3 Tropfen auf Zucker einnehmen.
Tagesdosis: 3 bis 6 Tropfen
Kümmel wird als Pulver gemahlen verwendet oder als ganze Frucht zerkaut.
Wirkungen
Kümmelfrüchte sind reich an ätherischem Öl, das zu einem Großteil aus Carvon und Limonen besteht. Ferner sind fettes Öl, Polysaccharide und Eiweiß enthalten. Für Carvon ist eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien und Pilze beschrieben. Durch Carvon und Limonen soll die Bildung entgiftender Enzyme in der Leber gefördert werden.
Hinweis
Höhere Dosen schädigen die Niere, Leber und Gallenfunktion.
Zubereitungen aus Kümmelfrüchten nicht ohne ärztlichen Rat während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Kümmel oder anderen Apiaceen (z.B. Sellerie, Mohrrüben, Petersilie, Anis, Kreuzkümmel, Koriander) oder Asteraceen (Sellerie-Beifuß-Gewürzsyndrom).
Bei akuten Beschwerden, die über eine Woche andauern oder periodisch immer wiederkehren, sollte ein Arzt aufgesucht werden.