Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.

Gerinnungshemmer in der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen



Wirkung der Gerinnungshemmer

Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien) bremsen den Ablauf der Kettenreaktion zur Fibrinbildung. Damit nimmt die Gerinnungsfähigkeit des Blutes ab. Antikoagulanzien sind unentbehrlich für alle Menschen, bei denen das Blut zu stark gerinnt und die gefährdet sind, durch verstopfte Gefäße einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine Lungenembolie zu erleiden.

Anwendungsgebiete

Die Neigung zu überschießender Blutgerinnung ist selten angeboren. Häufiger bilden sich Blutgerinnsel, wenn das Blut an bestimmten Stellen im Kreislauf zu langsam fließt, sich Strudel bilden oder raue Gefäßwände, aber auch körperfremdes Material, den Blutstrom behindern. Deshalb müssen Patienten mit künstlichen Herzklappen, aber auch mit manchen Herzrhythmusstörungen, bei denen die Gefahr der Gerinnselbildung erhöht ist, dauerhaft Gerinnungshemmer einnehmen.

Wirkstoffe

Es stehen die beiden Wirkstoffe Phenprocoumon und Warfarin, die beide zu den Cumarinen gezählt werden, zur Verfügung. Sie werden als Tabletten eingenommen. Als Gegenspieler des Vitamin K hemmen sie die Produktion von Gerinnungsfaktoren in der Leber. Sie eignen sich sehr gut zur Langzeit-Gerinnungshemmung, haben aber den Nachteil, dass sie bei Verletzungen zu einer deutlich verlängerten Blutungszeit führen und noch bis zu zwei Wochen nach dem Absetzen wirken.

Besonderheiten bei einer Therapie mit Gerinnungshemmern

  • Bei einer Dauerbehandlung wird die Dosierung regelmäßig anhand des INR-Werts vom Arzt oder vom Patienten selbst überprüft. Die Werte und die aktuelle Dosierung werden in einen Pass eingetragen, den der Patient immer bei sich tragen muss. Er dient zum einen der Therapiekontrolle, zum anderen ist er lebenswichtig, um etwa nach einem Unfall oder bei einer plötzlichen Operation die behandelnden Ärzte über die gehemmte Blutgerinnung zu informieren.
  • Sucht der Patient einen neuen Arzt oder Zahnarzt auf, so muss er ihn auf die Behandlung mit einem gerinnungshemmenden Medikament aufmerksam machen.
  • Injektionen dürfen wegen erhöhter Blutungsgefahr nicht mehr in einen Muskel (zum Beispiel in das Gesäß) erfolgen, sondern nur noch in eine Vene oder oberflächlich unter die Haut (subkutan).
Heparin zur Thromboseprophylaxe
Heparine greifen ebenfalls hemmend in die Gerinnungskaskade ein, allerdings an einer etwas anderen Stelle als die Cumarine. Sie werden entweder unter die Haut oder direkt in die Vene gespritzt. Hauptsächlich werden Heparine zur Prophylaxe und Therapie von Thrombosen eingesetzt und sind aus der operativen Medizin nicht mehr wegzudenken. Dank des Heparins kommt es heute viel seltener zu Thrombosen während und nach Operationen. Heparin ist außerdem unentbehrlich in der Blutwäsche (Dialyse), um das Blut während der Reinigungsprozedur außerhalb des Körpers flüssig zu halten.

Heparin wird – anders als Phenprocoumon und Warfarin – sehr schnell vom Körper abgebaut. Müssen Gerinnungstabletten etwa vor einer Operation rechtzeitig abgesetzt werden, um das Blutungsrisiko während des Eingriffs zu minimieren, wird die Zeit bis zur Operation mit Heparingaben überbrückt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Patienten mit schweren Blutungen und starkem Bluthochdruck dürfen Antikoagulanzien nicht nehmen. Patienten, die einen Gerinnungshemmer einnehmen, müssen wissen, dass etwa Nasen- und Zahnfleischbluten häufiger auftreten und dass sie schneller blaue Flecken bekommen.

Wechselwirkungen

Gerinnungshemmer werden durch eine Vielzahl anderer Medikamente in ihrer Wirkung beeinflusst. Deshalb dürfen Patienten, die einen Gerinnungshemmer einnehmen, andere Medikamente grundsätzlich nur in Absprache mit ihrem Arzt verwenden.
  • Verstärkte Gerinnungshemmung
    Unter anderem folgende Arzneimittelverstärken die gerinnungshemmende Wirkung und steigern die Blutungsgefahr: ASS, Schmerzmittel, bestimmte Antibiotika, Schilddrüsenhormone, Antidepressiva, Allopurinol (ein Gichtmittel), manche Mittel gegen Herzrhythmusstörungen, Antazida, Colestyramin (dient der Hemmung der Gallensalzaufnahme) sowie noch einige mehr. Bitte fragen Sie Ihren Arzt und beachten Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments.
  • Verringerte Gerinnungshemmung
    Unter anderem folgende Medikamente schwächen die Wirkung des Gerinnungshemmers und fördern die Thromboseneigung: Schlafmittel, Kortikoide, Diuretika, bestimmte Antibiotika, Anfallsmedikamente, sowie noch einige mehr. Bitte fragen Sie Ihren Arzt und beachten Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments.
Zu beachten ist auch: Eine Ernährung, die reich an Vitamin-K ist, führt zu einer Hemmung der Cumarinwirkung. Eine Ernährung, die arm an Vitamin K ist, beispielsweise bei Darm- und/oder Lebererkrankungen, kann eine Verstärkung der Cumarinwirkung hervorrufen.
Autoren und Quellen
Weiterführende Themen