Hilfe bei Kopfschmerzen
Wenn Sie häufig Kopfschmerzen (Cephalgien) haben und Schmerzmittel zur
Therapie anwenden, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen. Vermeintlich banale Kopfschmerzen können auch andere
Ursachen haben.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- Sie starke Kopfschmerzen haben, ohne die Ursache zu kennen
- die Kopfschmerzen trotz Schmerzmedikamenten nicht besser werden
- Sie Ihre Medikamente länger als drei Tage hintereinander einsetzen
- Sie an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel einnehmen
- zusätzliche Beschwerden wie zum Beispiel Sehstörungen oder Schwindel auftreten
- die Kopfschmerzen erstmals nach Einnahme eines Arzneimittels auftreten
- nach dem 40. Lebensjahr erstmals Kopfschmerzen auftreten, die Sie bisher so nicht kannten
Ist die Diagnose sicher und die Ursache der Kopfschmerzen bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst eine Therapie beginnen. Als Hilfe bei Kopfschmerzen eignen sich beispielsweise frei in der Apotheke erhältliche
Schmerzmittel oder
pflanzliche Mittel. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten. Informationen zum Medikament finden Sie im Beipackzettel eines jeden Produktes.
Vorsicht bei der Therapie mit mehreren Medikamenten
Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff „Gegenanzeigen“. Manche Mittel eignen sich nur für die kurzzeitige Therapie.
Vorsicht mit Acetylsalicylsäure bei Kindern
Acetylsalicylsäure (ASS) ist bekannt dafür, schnell Hilfe bei Kopfschmerzen zu bringen. Allerdings sollte das Medikament bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen (zum Beispiel
Grippe,
Windpocken) nur auf ärztliche Anweisung zur Therapie verwendet werden und nur dann, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Denn ASS kann im Zusammenhang mit viralen Erkrankungen das sogenannte Reye-Syndrom auslösen. Diese Erkrankung ist sehr selten, aber auch sehr gefährlich und bedarf sofortiger ärztlicher Behandlung. Hirn und Leber können dabei massiv geschädigt werden, in der Hälfte der Fälle ist das Reye-Syndrom tödlich. Erste Anzeichen sind lang anhaltendes
Erbrechen einige Tage nach einer fieberhaften Erkrankung.
Schmerzmittel-Anwendung bei älteren Menschen und bei Nierenerkrankungen
Bei älteren Menschen werden bestimmte Medikamente langsamer abgebaut. Der Stoffwechsel arbeitet nicht mehr so schnell und auch die Nierenfunktion ist häufig eingeschränkt. Somit bleiben bestimmte Medikamente länger im Körper und wirken stärker. Daher erzielen Menschen über 60 Jahre bei einer Therapie mit Wirkstoffen wie
Ibuprofen,
Naproxen oder
Acetylsalicylsäure bereits mit einer geringeren Dosis die erwünschte Wirkung. Dies gilt auch für jüngere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz). Darüber hinaus sind ältere Menschen gefährdeter für Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt, die durch eine Therapie mit Schmerzmitteln begünstigt werden können. Auch hier ist bei der Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten besondere Vorsicht geboten.
Therapie mit Schmerzmitteln während der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte kein Medikament als „sicher“ angesehen werden, daher ist die Anwendung auf Situationen zu beschränken, in denen es wirklich nicht anders geht. Da der Einfluss einer Prostaglandinsynthese-Hemmung, die bei der Therapie mit einigen schmerzstillenden Arzneimitteln auftritt, innerhalb der Schwangerschaft ungeklärt ist, sollten Schmerzmittel wie
Acetylsalicylsäure,
Ibuprofen und ähnliche im ersten und zweiten Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) nach Möglichkeit nicht für die Therapie von Kopfschmerzen verwendet werden. Eine Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte unbedingt unterbleiben. Etliche Schmerzmittel sind für diesen Zeitraum kontraindiziert, das heißt, sie haben dafür keine Zulassung.
Paracetamol dagegen kann unter strenger Risiko- und Nutzenabwägung während der gesamten Schwangerschaft zur Therapie eingesetzt werden. Allerdings ist ungeklärt, ob dadurch das spätere
Allergierisiko des Kindes erhöht wird.
Vorsicht mit Schmerzmedikamenten bei empfindlichem Magen
Einige Schmerzmittel-Wirkstoffe können die Magenschleimhäute reizen (zum Beispiel
Acetylsalicylsäure,
Ibuprofen,
Naproxen). Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie "magenneutrale" Wirkstoffe für die Therapie von Kopfschmerzen wählen, beispielsweise
Paracetamol. Außerdem gilt: Wer bei der Tabletteneinnahme ausreichend Wasser trinkt, beugt Magenproblemen vor. Brausetabletten sind deshalb im Allgemeinen besser verträglich. Wichtig: Arzneistoffe, die die Magenschleimhäute schädigen, können dies teilweise auch, wenn sie als Zäpfchen angewandt werden. Die Nebenwirkung entsteht nicht nur durch das Auflösen im Magen, sondern auch durch den Wirkstoff an sich, unabhängig davon, auf welchem Weg die Aufnahme in die Blutbahn erfolgt.
Schmerzmittel nur kurzfristig einnehmenWenn Kopfschmerzmittel oft eingenommen werden, können sie ihrerseits Kopfschmerzen auslösen. Ein Teufelskreis entsteht. Die Betroffenen greifen immer häufiger zur Tablette. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander ein. Weiterhin gilt die Empfehlung: nicht öfter als zehn Tage im Monat.
Autoren und Quellen
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Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; Susanne Segebrecht, Ärztin und Apothekerin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
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Aktualisiert am: 06.09.2011
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